Kommentar zum Artikel in der Frankfurter Neue Presse vom 18.12.2014 "Ton wird schärfer'" [Link zum Artikel]

 

 

In diesem Beitrag werden die gegensätzlichen Interessen von IG Guaita-Park und  Erstem Stadtrat Jürgen Odszuck (parteilos) deutlich.

Nabu-Experte bewertet Guaita-Park als „einzigartiges, zusammengehörendes Biotop“

Zitat: „Die Interessengemeinschaft Guaita-Park hatte am vergangenen Freitag Gelegenheit, mit Erlaubnis des aktuellen Besitzers die Liegenschaft Königsteiner Straße 22-24 von einem Nabu-Experten besichtigen zu lassen.“ Nach der Beurteilung des Sachverständigen Franz Josef Salzmann stellt die Liegenschaft in ihrer Gesamtheit ein einzigartiges, zusammengehörendes Biotop dar, das auch artengeschützten Tieren als Aufenthalts- und Fortpflanzungsstätte dient. Salzmann hält aber auch fest: „Das Gutachten ist nur eine Momentaufnahme, außerdem ist der Zeitpunkt – Herbst/Winter – und das Wetter – Regen/Wind – für eine Aussage bezüglich der vorkommenden Arten denkbar ungünstig.“ Bei den Besonderheiten heißt es in der Begutachtung des Vogelschutzbeauftragten: „Verschiedene alte Buchen, Eichen und Kastanien sind Einzelhabitate, da sie Spechthöhlen aufweisen, oder auch Insektenbehausungen zeigen. Hier ist auch ausreichend Wohnraum für Fledermäuse vorhanden.“ Bei der Begehung seien Kohlmeise, Amsel, Zaunkönig, Buntspecht, Kleiber, Buchfink und Wintergoldhähnchen festgestellt worden.“

Kommentar IG Guaita: Ohne auf die Bewertung des Nabu-Experten einzugehen, lenkt der Erste Stadtrat die allgemeine Aufmerksamkeit auf einen „Nebenschauplatz“ um.

Erster Stadtrat Odszuck konstruiert rechtliche Problematik

Zitat: „Für rechtlich problematisch hält Erster Stadtrat Jürgen Odszuck (parteilos) indes das Vorgehen der Interessengemeinschaft. Schließlich sei der aktuelle Eigentümer, die Real Estate GmbH, mitnichten über die Begehung informiert worden. Offenbar sei der Interessengemeinschaft jedes Mittel zur Stimmungsmache recht.“

Kommentar IG Guaita: Damit kommentiert Jürgen Odszuck eine Pressemitteilung der Interessengemeinschaft Guaita-Park, in der darauf verwiesen wurde, dass die Begehung des Guaita-Parks durch den NABU-Vertreter Franz-Josef Salzmann mit Genehmigung des Besitzers erfolgte.

Was er nicht sagt, was jedoch jedem, der sich mit Stadtentwicklung und Immobilien befasst, bekannt ist: Der Besitzer der Liegenschaft war zu diesem Zeitpunkt die Familie Leitermann, von der der IG Guaita-Park auch eine schriftliche Genehmigung zur Begehung vorlag. Die Vorgehensweise der IG Guaita-Park war also keinesfalls rechtlich bedenklich.

Odszuck wünscht sich „Transparentes Verfahren“ zur Bebauung des Guaita-Parks?

Der Erste Stadtrat Jürgen Odszuck (parteilos) bestätigt erneut seine Absicht, den Guaita-Park für die Bebauung freizugeben.

Zitat: „Es gehe um einen politischen Diskussionsprozess, innerhalb dessen es ja wohl erlaubt seien müsse, auch über diese Fläche zu sprechen. „Da wird es ein völlig transparentes Verfahren geben.“ Sollte es sich dabei herausstellen, dass einer Bebauung natur- oder artenschutzrechtliche Bedenken im Wege stünden, sei eine Bebauung nicht zu machen. Odszuck: ‚Damit habe ich auch keine Schmerzen.‘“

Kommentar IG Guaita: Heißt das, trotz eines bestehenden Bebauungsplans für den Guaita-Park, an dessen Rahmenbedingungen sich nichts geändert hat, soll der Guaita-Park bebaut werden? Angesichts der Tatsache, dass die artenschutzrechtlichen Gutachten, wie dies aus einem anderen Bericht hervorgeht, von der Real Estate GmbH beauftragt werden, steht das Ergebnis voraussichtlich jetzt schon fest: „Keine artenschutzrechtlichen Bedenken gegen die Parzellierung des Guaita-Parks“